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Schauen Sie – während Sie
durch nicht auf Hypertrophie ausgerichtetes Training ein wenig Zeit verschwenden
und mehrere Stunden pro Woche statt weniger als 60 Minuten trainieren, kann
Sie ein Training welches nicht darauf ausgerichtet ist möglichst schnell zum
nächsten Entwicklungslevel zu springen Sie Jahre Ihrer Zeit kosten.
Viele Leute machen den
Fehler von einem Hypertrophie Programm zum nächsten zu springen. Auch sind die
meisten Trainingsprogramme ausschließlich auf Hypertrophie ausgerichtet.
Das Problem hierbei ist –
Ihre Muskeln können nicht unbegrenzt durch Hypertrophie wachsen. Das Limit
hierbei sind die verfügbaren Typ 2 Muskelfasern. Wenn Sie diese erst einmal alle
durch Training verdickt haben kann Ihr Muskel zunächst nicht weiterwachsen. Das
einzige was dann noch einen optischen Zuwachs bringt ist der Effekt der
permanenten Entzündung den ich bereits in einem vorangegangenen Kapitel
beschrieben habe.
„Aber Moment“ werden Sie
jetzt vielleicht sagen, dann wäre es ja nicht möglich nach der Anfangszeit
hinaus zu kommen?!
Natürlich ist es möglich,
weil Ihr Körper eine Überlebensmaschine ist die sich versucht jeder neuen
Situation anzupassen.
Durch die Hypertrophie
maximal vieler Typ 2 Fasern bringen Sie Ihren Körper in eine ungünstige Lage.
Das Problem für Ihren Körper besteht darin in den trainierten Muskeln nicht mehr
genug Reserven an Typ 2 Fasern für Notsituationen zu besitzen. Aber Ihr Körper
ist bestrebt immer Notreserven zu haben, damit Sie in einem Notfall sich selbst
das Leben retten können. Ihr Körper besitzt aus diesem Grund sehr große Mengen
an Vorratsfasern die Sie nicht willentlich nutzen können bis er sie freigibt. Es
ist ähnlich wie bei Ihrem Gehirn, wo Sie auch nur einen Bruchteil der
Gesamtkapazität nutzen.
Ihr Körper gibt diese
ungenutzten Fasern in Form von Typ 2 X Fasern frei. Diese Muskelfasern besitzen
eine besondere Eigenschaft: Je nach Beanspruchung können sie sich in Typ 1 oder
Typ 2 Muskelfasern verwandeln.
Um es einmal etwas weniger
wissenschaftlich auszudrücken: Ihr Körper kann nicht permanent Muskelmasse
aufbauen. Nach einer gewissen Zeit ist Ihr Muskelwachstumspotential erschöpft.
Hiernach muss Ihr Körper erst neue Muskelfasern freigeben, die Sie dann durch
Hypertrophie wieder verdicken.
Wenn Sie ständig auf
Muskelzuwachs trainieren kommt es dabei nur zu einem Problem: Ihr Körper
setzt nur in Zeiten der Ruhe neue Muskelfasern frei.
Sie werden überrascht sein
– aber tatsächlich erreichen Sie mit längeren Pausen zwischen Hypertrophiephasen
mehr Muskelzuwachs als wenn Sie permanent trainieren. In einem Test mit 85
Probanden und 2 Testgruppen habe ich festgestellt, dass die Gruppe die in einen
halbjährigen Versuchszeitraum eine dreimonatige Pause eingelegt hat tatsächlich
im Durchschnitt 38% mehr Muskelmasse aufgebaut hat als die zweite Gruppe mit
gleichem Trainingsplan ohne Unterbrechung.
Ist es also das Beste, nach
Hypertrophiephasen immer wieder längere Pausen einzulegen?
Nein, denn in einer
längeren Pause verlieren Sie wieder einiges an Muskelmasse. Diese bauen Sie zwar
dank Memoryeffekt (einmal gewonnene Muskelmasse gewinnen Sie schnell zurück)
schnell wieder auf, werden aber immer wieder zurückgeworfen. Es ist so als
würden Sie jedes Mal einen Schritt zurück gehen um zwei Schritte nach vorne zu
kommen. Zudem wollen Sie bestimmt permanent gut aussehen und nicht nur alle paar
Monate in Topform sein.
Es gibt einen deutlich
besseren Weg, mit dem Sie permanent in Form sind und 274% mehr neue Muskelfasern
in der gleichen Zeit hinzugewinnen. Wenn Sie Ihren Muskeln nicht auf
Hypertrophie, sondern nur auf Typ 2 X zu Typ 2 Umwandlung trainieren erledigen
Sie die Sprünge zu einem neuen Entwicklungslevel in Rekordzeit.
Doch wie soll das
funktionieren?
Die Lösung ist ganz einfach
– Sie vermeiden Hypertrophie indem Sie die Satzzeiten nicht steigern, sondern
nur die Gewichte. Das heißt bei gleichbleibender Wiederholungszahl steigern Sie
einfach von Training zu Training das Gewicht. Die Vorraussetzung für ein
ständiges erhöhen der Trainingsgewichte ist, dass die Trainingseinheiten kurz
sind und gleichzeitig genug Pause zwischen den Einheiten eingehalten wird, damit
genug neue 2 X Muskelfasern zur Verfügung stehen.
Um das ganze ein bisschen
weniger abstrakt zu halten folgt ein Beispiel:
Zwischen dem 20.12.2000 und
dem 24.01.2001 habe ich ein öffentliches Experiment für jeden nachvollziehbar
mit einer Versuchsperson (Christian) gestartet. Er trainierte einmal pro Woche
und absolvierte insgesamt 10 Trainingseinheiten. Christian befand sich zu diesem
Zeitpunkt in seiner bisher besten Form.
Zunächst die
zusammengefassten Ergebnisse:
Kniebeugen:
Anfang: 80kg – 8 Wiederholungen a 10 Sekunden pro Wiederholung
Ende: 170kg – 4 Wiederholungen a 10 Sekunden pro Wiederholung
Kreuzheben:
Anfang: 60kg – 4 Wiederholungen a 10 Sekunden pro Wiederholung
Ende: 110kg – 2 Wiederholungen a 10 Sekunden pro Wiederholung
Klimmzüge:
Anfang: 5kg Zusatzgewicht – 2 Wiederholungen a 10 Sekunden
Ende: 20kg Zusatzgewicht – 3 Wiederholungen a 10 Sekunden
Dips:
Anfang: ohne Zusatzgewicht – 6 Wiederholungen a 10 Sekunden
Ende: mit 20kg Zusatzgewicht – 4 Wiederholungen a 10 Sekunden
Die Erfolge motivierten
andere Leute das gleiche auszuprobieren. Auch diese erzielten ähnliche
Ergebnisse.
Einige haben zunächst immer
wieder die Wiederholungen gesteigert, was zu deutlich schlechteren Ergebnissen
führt. Das Steigern der Wiederholungen zielt auf Hypertrophie ab, um die es in
dieser Phase nicht geht. |