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Um Ihnen verständlich zu
machen wie man Muskulatur aufbaut muss ich Ihnen zunächst kurz erklären wie Ihre
Muskulatur funktioniert. Damit Sie sich ein richtiges Bild machen können, werde
ich Ihnen den Aufbau Ihrer Muskulatur zunächst ein wenig abstrakter erklären:
Stellen Sie sich vor dass
Ihre Muskulatur aus Millionen kleiner Drahtseile besteht. Diese Drahtseile haben
alle einen eigenen eingebauten Motor. Dieser Motor kann
ein- oder ausgeschaltet
werden wie ein Lichtschalter. Sie haben dabei verschiedene Arten von Drahtseilen
mit verschiedenen Motoren. Diese Motoren unterscheiden sich in Kraft und
Energiequelle. Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Drahtseilen:
Drahtseil Typ 1
hat einen Motor der mit einer Mischung aus Kohlenhydraten und Fett unter
Beteiligung von Sauerstoff Energie erzeugt. Dieser Motor ist nicht sonderlich
stark, aber er hat sehr große Ausdauer und es stehen ihm sehr große Tanks zur
Verfügung.
Drahtseil Typ 2
hat einen Motor der mit Glykogen betrieben wird. Glykogen ist ein Kohlenhydrat
welches durch die Muskulatur aus verschiedenen anderen Kohlenhydraten
hergestellt wird. Dieses Glykogen sammelt sich in der Muskulatur selbst an.
Somit stehen den Typ 2 Drahtseilen kleine eingebaute Energietanks zur Verfügung.
Sie haben sehr starke Motoren, welche aber nur eine kurze Ausdauer von maximal
120 Sekunden besitzen.
Wenn Sie eine Bewegung
machen, bestimmt die benötigte Kraft die Anzahl und den Typ der zum Einsatz
kommenden Drahtseile. Je mehr Kraft Sie aufbringen müssen umso mehr Drahtseile
müssen gleichzeitig arbeiten. Bei geringer Kraft werden primär Typ 1 Drahtseile
benutzt die eine große Ausdauer besitzen, bei großer Kraft Typ 2 Drahtseile mit
den starken Motoren.
Für den Muskelaufbau
sind ausschließlich Typ 2 Muskelfasern bzw. in diesem Beispiel Drahtseile
interessant. Sie haben die besondere
Eigenschaft sich verdicken zu können. Das bedeutet: je mehr verdickte Typ 2
Drahtseile bzw. Muskelfasern sie besitzen, desto schwerer und dicker ist der
entsprechende Muskel.
Den Prozess der Verdickung
nennt man Hypertrophie. Davon haben Sie vielleicht schon einmal gehört. Aber
wissen Sie auch was der Sinn der Hypertrophie ist?
Hypertrophie steigert
die Ausdauer Ihrer Typ 2 Muskelfasern. Dieses wird durch eine Senkung des
Energieverbrauchs in den Muskelzellen erreicht.
Sie können sich das wie bei
einem Rennwagen vorstellen, bei dem Sie für ein Rennen nur eine bestimmte Menge
an Kraftstoff mitnehmen dürfen. Damit genügend Kraftstoff für die gesamte
Renndistanz zur Verfügung steht müssen Sie durch zusätzlichen technischen
Aufwand den Kraftstoffverbrauch senken, ohne dabei die Leistung zu senken.
Denn nach einer gewissen
Zeit beginnt Ihr Muskel das Abfallprodukt Laktat herzustellen, welches
schlussendlich dafür sorgt, dass Ihr Muskel seine Arbeit einstellt. Je weniger
Energie Ihr Muskel verbraucht, desto weniger Laktat wird produziert. Laktat wird
im übrigen Milchsäure genannt und ist für den Pump in Ihren Muskeln
verantwortlich.
Wird Ihnen jetzt noch
ein weiterer Punkt klar?
Ein starker Pumpeffekt
ist ein leicht erkennbares Zeichen dafür, dass Sie ein starkes Muskelwachstum
auslösen. Ihre Muskelzellen haben in
diesem Fall zu viel Energie verbraucht und Ihr Körper ist bemüht durch
Hypertrophie diesen Energieverbrauch zukünftig zu senken.
Ob es dann tatsächlich auch
zum Muskelzuwachs kommt, hängt von der Phase ab in der Sie sich gerade befinden.
Wenn Sie noch nicht zum nächsten Entwicklungslevel gesprungen sind kann auch
kein weiterer Muskelzuwachs trotz starkem Pumpeffekt entstehen. Ich werde in
einem späteren Kapitel hierauf noch genauer eingehen.
Aber zunächst werde ich
im nächsten Kapitel ein erstes Geheimnis lüften – wie Sie maximalen
Muskelzuwachs auslösen...lesen Sie weiter... |