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Eigentlich ist der Titel
dieses Kapitels falsch. Ernährung kann keine Muskeln aufbauen. Sie können
lediglich durch schlechte und falsche Ernährung Ihren Muskelaufbau verlangsamen.
Bedenken Sie dabei aber dass Forscher bereits mehrfach nachgewiesen haben dass
Menschen selbst während Extremdiäten mit einer Kalorienzufuhr von deutlich unter
1000 Kalorien pro Tag Muskeln durch Hypertrophie aufbauen können. Es dauert nur
länger.
Es dauert länger, weil sich
die Regenerationszeit nach einer Trainingseinheit verlängert. Das heißt Ihre
Muskeln hängen länger in der Reparaturphase fest.
Aber wie schaut optimale
Ernährung für den Muskelaufbau aus?
Sie werden vielleicht
überrascht sein aber die Antwort ist ganz einfach, wenn Sie bis zu diesem Punkt
das Buch durchgelesen haben. Sie müssen Ihrem Körper einfach das geben was er
braucht.
Aber was braucht er?
Nach dem Training benötigt
Ihr Körper zunächst viel Kohlenhydrate um seine Glykogenspeicher wieder
aufzufüllen. Dieser Prozess dauert bis zu 12 Stunden. Das heißt Sie sollten sich
nach einer Trainingseinheit möglichst Kohlenhydratreich ernähren. Ein großes
Getränk mit einem 90% Kohlenhydratanteil direkt nach dem Training ist zum
Beispiel ein guter Start.
Erst hiernach sollten Sie
für die Reparaturarbeiten sich vorwiegend Eiweißreich ernähren. Besonders am Tag
nach der Trainingseinheit ist Ihr Eiweißbedarf recht hoch. Wenn Sie an diesem
Tag zum Beispiel alle 2 Stunden ein Glas Milch trinken oder ersatzweise ein
Proteingetränk (Soja Protein für Milchallergiker) zu sich nehmen sorgen Sie
dafür, dass Ihr Körper konstant die benötigte Eiweißmenge geliefert kriegt.
Wenn Sie so vorgehen, haben
Sie bereits über 90% richtig gemacht. Durch diese Vorgehensweise beschleunigen
Sie Ihre Regeneration maximal.
Nun werden Sie vielleicht
denken, dass es nicht so einfach sein kann und die richtige Ernährung für
Muskelaufbau eine hoch komplexe Angelegenheit ist. Genau das dachte ich auch
sehr lange. Ich kenne eine Menge Empfehlungen und überall wird immer wieder
gepredigt, dass nur mit einer exakt einzuhaltenden Ernährungsweise optimale
Fortschritte gemacht werden können.
Was mich aber wirklich
interessierte wurde nirgendwo beantwortet – wie viel bringt eine optimale
Ernährung an zusätzlichem Muskelzuwachs? Ich wollte einfach Zahlen sehen.
Um diese Frage endgültig zu
klären stellte ich 2 Testgruppen mit jeweils 41 Probanden auf. Beide Gruppen
trainierten für diesen Versuch nach dem gleichen Trainingsplan. Über einen
Zeitraum von 8 Wochen wollte ich mit diesem Versuch testen wie sich
unterschiedliche Ernährung auf die Leistung und den Muskelzuwachs auswirken.
Gruppe A ernährte sich nach
allen Regeln der Kunst optimal mit einem genau berechnetem Kalorienplan mit
exakt vorgegebenen Kohlenhydrat (55%), Protein (30%) und Fettanteil (15%) bei 6
Mahlzeiten pro Tag.
Gruppe B ernährte sich wie
immer, nahm jedoch nach jedem Training ein kohlenhydratreiches Getränk und am
nächsten Tag alle 2 Stunden ein Glas Milch zu sich.
Das Ergebnis?
Nach 5 Wochen musste ich
den Versuch einstellen, da von Gruppe A 16 Teilnehmer beschlossen hatten nicht
weiter zu machen. Sie waren schlicht und einfach frustriert von der tagtäglichen
Mahlzeitenplanung und dem genauen abwiegen der Speisen.
Doch auch das
Zwischenergebnis nach 5 Wochen sprach Bände:
Gruppe A hatte im Schnitt
2.6% mehr Muskeln aufgebaut als Gruppe B. Nur bei 41 Teilnehmern pro Gruppe ist
dieser Unterschied statistisch nicht relevant. Beim Körperfettanteil hatte
Gruppe B ein um 1.9% besseres Ergebnis als Gruppe A erreicht.
Nach diesem ernüchternden
Ergebnis stellte sich mir die Frage, ob vielleicht die Zusammensetzung von
Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten vielleicht etwas anders aussehen muss um
optimale Ergebnisse zu erzielen.
Glücklicherweise erhielt
ich aber zur gleichen Zeit die ersten Ergebnisse von einem größer angelegten
Test, den ich zur gleichen Zeit durchführte. Dieser Test beschäftigte sich mit
der Muskelzusammensetzung der einzelnen Probanden und der Frage inwieweit
diverse Trainingspläne der individuellen Muskelfaserzusammensetzung Rechnung
tragen.
Von 622 Testkandidaten
konnten entsprechend des Muskelfasertests weniger als 9% mit guten bis sehr
guten Ergebnissen mit der allgemeinen Vorgabe von 8-12 Wiederholungen für
Muskelmasseaufbau erreichen.
Um es auf den Punkt zu
bringen – Sie können sich „perfekt“ ernähren und trotzdem nur geringe oder keine
Fortschritte beim Muskelaufbau machen – wenn Ihre Muskelfaserzusammensetzung
nicht zufällig den allgemein bekannten Trainingsplänen entspricht.
Besonders bei den
sogenannten hardgainern konnte ich aufgrund der Versuche feststellen, dass die
Trainingspläne vollkommen an ihren Bedürfnissen vorbei gingen.
Falls Sie sich selbst zu
der Gruppe der dünnen Typen oder Hardgainer zählen, die ernsthafte Probleme
haben Muskelmasse aufzubauen, dann möchte ich, dass Sie mir folgende Frage
beantworten:
Haben Sie während Ihrer
Trainingseinheiten einen starken Pumpeffekt? Haben Sie das Gefühl, dass Ihre
Muskeln am nächsten Tag anfangen zu wachsen?
Wenn nein – dann ist es
weniger ein Ernährungsproblem, als vielmehr das Problem, dass Ihr Trainingsplan
einfach nicht für Sie gemacht ist.
Ähnliches gilt wenn Sie
einzelne Muskelgruppen besitzen die einfach nicht richtig auf Ihr Training
ansprechen.
Haben Sie jemals einen
starken Pumpeffekt in Ihren schwachen Muskelgruppen gespürt?
Falls nicht, dann ist Ihr
Trainingsplan einfach falsch für diese Muskelgruppe, weil die
Muskelfaserzusammensetzung anders ist, als bei Ihren anderen Muskelgruppen.
Auf die Abstimmung Ihres
Trainingsplans auf Ihre individuellen Bedürfnisse werden ich in einem späteren
Kapitel noch einmal zurück kommen – lesen Sie weiter – bereits im nächsten
Kapitel werde ich ein Geheimnis enthüllen, was Ihnen Jahre bei Ihrer Entwicklung
sparen kann. |